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Vergleich · Geschäftskonto Schweiz

Geschäftskonto für Selbstständige: Die Anbieter im Vergleich

PostFinance, UBS, Raiffeisen oder doch eine Neobank wie Yapeal, Wise Business oder Relio? Wir haben die wichtigsten Geschäftskonto-Anbieter für Einzelfirmen und KMU in der Schweiz verglichen.

Stand: September 2026 · ca. 9 Min. Lesezeit

Auf den Punkt gebracht

  • Traditionelle Banken wie PostFinance oder UBS kosten CHF 5–7 pro Monat für die reine Kontoführung, bieten dafür aber Filialen, persönliche Beratung und oft Sonderkonditionen für Neugründungen.
  • Digitale Geschäftskonten wie Yapeal oder Relio starten oft bei CHF 0, werden aber je nach Volumen und Funktionsumfang schnell teurer als eine klassische Bank.
  • Für Fremdwährungen und internationale Zahlungen sind spezialisierte Anbieter wie Wise Business oder amnis meist deutlich günstiger als der Umtauschkurs einer klassischen Bank.
  • Neon und Yuh, die in vielen Vergleichen als günstige Empfehlung auftauchen, bieten aktuell (Stand September 2026) gar kein echtes Geschäftskonto an, nur Privatkonten.

Warum überhaupt ein separates Konto?

Bei einer Einzelfirma sind Privatperson und Geschäft rechtlich nicht komplett getrennt, ein separates Geschäftskonto ist deshalb nicht zwingend vorgeschrieben. Trotzdem lohnt es sich von Anfang an, private und geschäftliche Zahlungen sauber auseinanderzuhalten, auch das KMU-Portal des Bundes empfiehlt genau das. Für eine GmbH oder AG ist ein eigenes Konto ohnehin Pflicht, allein schon für die Kapitaleinzahlung bei der Gründung.

Klassische Banken: PostFinance, UBS, Raiffeisen

PostFinance verlangt CHF 5 pro Monat für ein CHF-Geschäftskonto, damit sind bis zu 60’000 Transaktionen pro Jahr abgedeckt, ohne Mindestguthaben oder Mindestumsatz. Für Kundschaft mit Wohnsitz im Ausland kommt ein Zuschlag von CHF 25 pro Monat dazu.

UBS berechnet CHF 20 pro Quartal, umgerechnet rund CHF 6.67 pro Monat, inklusive 500 elektronischer Inlandzahlungen pro Monat.

Raiffeisen veröffentlicht keine fixen Publikumspreise, die Konditionen hängen von der lokalen Genossenschaftsbank und den individuellen Bedürfnissen ab. Dafür gibt es eine persönliche Beratung vor Ort, was bei den beiden anderen Grossbanken nicht überall gleich ausgeprägt ist.

Startup-Bonus: Sowohl PostFinance als auch UBS haben ein eigenes Startpaket für Neugründungen. Bei PostFinance ist die Kontoführung für bis zu fünf Geschäftskonten zwei Jahre gratis, wenn die Firma nicht länger als zwei Jahre zurückliegt, dazu kommt die Visa Business Card im ersten Jahr ohne Gebühren. Bei UBS sind Geschäftskonto und Karte im ersten Jahr kostenlos, inklusive Kapitaleinzahlungskonto für die Gründung, Bedingung ist eine Firmengründung, die höchstens drei Jahre zurückliegt. Raiffeisen kommuniziert keinen schweizweit einheitlichen Startup-Bonus, hier lohnt sich eine Nachfrage bei der lokalen Bank direkt.

Digitale Geschäftskonten: Yapeal & Relio

Yapeal staffelt seine Tarife von einem kostenlosen Einstiegskonto (5 Inlandzahlungen gratis pro Monat, danach CHF 0.30 pro Zahlung) über Essential (CHF 9.–/Monat, unbegrenzte Inlandzahlungen) und Grow (CHF 49.–/Monat, mehr Karten, günstigere Auslandszahlungen) bis Business (CHF 119.–/Monat, bis zu 200 physische Karten). Für Einzelfirmen mit wenigen Zahlungen reicht oft schon der Free- oder Essential-Tarif.

Relio positioniert sich als Schweizer Neobank speziell für Firmenkunden, inklusive Startups und Freelancer, mit Schweizer IBAN, mehreren Währungs-Wallets und einer persönlichen Ansprechperson. Die Kosten sind ein fixer, aber individuell berechneter Monatsbetrag, konkrete Zahlen nennt Relio erst im eigenen Kostenrechner.

Wichtig zu wissen: Sowohl neon als auch Yuh tauchen in vielen älteren Vergleichen als günstige Geschäftskonto-Empfehlung auf. Beide bieten aber nach eigenen Angaben ausschliesslich Privatkonten an, kein echtes Geschäftskonto. Wer sie trotzdem für geschäftliche Zahlungen nutzt, bewegt sich ausserhalb der eigentlich vorgesehenen Nutzung.

Für Fremdwährungen: Wise Business & amnis

Wise Business kostet einmalig CHF 55 bei der Eröffnung, danach fallen keine fixen Monats- oder Jahresgebühren an, nur nutzungsabhängige Kosten. Währungsumtausch und Auslandsüberweisungen starten bei rund 0.23 % zuzüglich einer kleinen Fixgebühr pro Transaktion, transparent einsehbar vor jedem Transfer.

amnis positioniert sich als Treasury-Spezialist für KMU mit Multiwährungs-Bedarf, inklusive FX, Auslandszahlungen und Team-Karten in einer Plattform. Wer regelmässig mit Lieferantinnen oder Kunden in der EU oder Asien handelt, findet hier oft günstigere Konditionen als bei einer klassischen Bank, allerdings ohne CHF-Kernkonto als Ersatz für ein Schweizer Bankkonto.

Anbieter im Überblick

AnbieterTypKostenBesonders geeignet für
PostFinanceKlassische BankCHF 5.–/Monat, für Neugründungen 2 Jahre gratisEinzelfirmen mit Schweizer Fokus, die Filialen und persönliche Beratung schätzen
UBSKlassische BankCHF 20.–/Quartal (≈ CHF 6.67.–/Monat), 1. Jahr gratis für NeugründungenKMU mit Wachstumsplänen, die eine grosse Bank im Rücken wollen
RaiffeisenKlassische BankIndividuell, keine fixen PublikumspreiseWer lokale, persönliche Beratung bei der Genossenschaftsbank vor Ort sucht
YapealDigitale BankCHF 0.– bis CHF 119.–/Monat je nach TarifDigitale KMU mit Kartenbedarf für mehrere Mitarbeitende
RelioDigitale BankIndividueller Fixpreis, kein PublikumspreisMultiwährungs- und Crypto-affine Unternehmen
Wise BusinessFintech, MultiwährungCHF 55.– einmalig, danach nur TransaktionsgebührenWer regelmässig in Fremdwährung zahlt oder Geld erhält
amnisFintech, TreasuryIndividuellKMU mit regelmässigem Auslandsgeschäft und FX-Bedarf

Entscheidungshilfe

Reine Schweizer Einzelfirma, wenig Volumen

PostFinance oder UBS reichen in den meisten Fällen, günstig, unkompliziert und mit Filiale, falls doch mal eine Frage persönlich geklärt werden soll.

Viel internationales Geschäft

Wise Business oder amnis sparen bei Wechselkursen und Auslandszahlungen oft deutlich mehr, als die Kontoführung kostet.

Digitales KMU mit mehreren Mitarbeitenden

Yapeal bietet gestaffelte Tarife mit vielen physischen und virtuellen Karten, praktisch für Teams mit Spesen.

Unsicher, will erst unverbindlich starten

Yapeals Free-Tarif oder Wise Business (nur einmalige Eröffnungsgebühr) haben kaum Fixkosten zum Reinschnuppern.

Fazit

Es gibt nicht das eine beste Geschäftskonto, nur das beste für deine Situation. Wer eine kleine, rein schweizerische Einzelfirma führt, kommt mit PostFinance oder UBS meist am einfachsten und günstigsten durch. Wer viel mit dem Ausland handelt, spart mit Wise Business oder amnis oft mehr bei den Wechselkursen, als eine klassische Bank überhaupt an Kontoführungsgebühren verlangt. Und wer ein digitales Team mit mehreren Karten führt, findet bei Yapeal eine Struktur, die mitwächst. Wichtig ist vor allem: das Geschäftskonto von Anfang an konsequent von den privaten Finanzen trennen, unabhängig davon, für welchen Anbieter man sich entscheidet.

Quellen

  1. moneyland.ch, „PostFinance Business Account“
  2. PostFinance, „Startpaket für Firmengründer:innen und Start-ups“
  3. UBS Schweiz, „Geschäftskonto für Ihr KMU“
  4. UBS Schweiz, „Spezialangebot für Jungunternehmen“
  5. Raiffeisen Schweiz, „Geschäftskonto eröffnen“
  6. Yapeal, „Geschäftskonten und Karten“
  7. Relio, „Ihr Online-Business-Konto“
  8. Wise, „Wise Geschäftskonto in der Schweiz“
  9. neon, Kontoübersicht

Dieser Bericht dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Gebühren und Konditionen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen, Stand September 2026, und können sich jederzeit ändern.