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14. Oktober 2026 · 55 Min

Lebensqualität als Kompass: Heike Burch über 30 Jahre Selbstständigkeit und ihr ortsunabhängiges Leben (Teil 1)

Heike Burch ist seit über 30 Jahren selbstständig und seit 2020 mit ihrem Mann im Camper unterwegs. Über ihren Weg von der Damenmassschneiderin in der DDR in die Mediengestaltung, warum Lebensqualität ihr Mass für Erfolg ist und wie der Tod eines Kollegen kurz vor der Pensionierung den Anstoss zur grossen Reise gab.

Zu Gast

Heike Burch

InDesign-Templates & Publishing, MOLIRI

Heike ist in Ostdeutschland aufgewachsen, lernte in der DDR Damenmassschneiderin und wechselte nach dem Mauerfall in die Mediengestaltung. Seit über 30 Jahren ist sie selbstständig, layoutet Bücher und Magazine, erstellt InDesign-Templates für Verlage und Agenturen und gibt Seminare. Seit Sommer 2020 ist sie mit ihrem Mann als ortsunabhängig Arbeitende im Camper in Europa unterwegs.

Mitnehmen

Die wichtigsten Erkenntnisse von Heike Burch

  1. 1

    Richte berufliche Entscheidungen an deiner Lebensqualität aus: Wer nur noch Projekte annimmt, die Freude machen, bekommt oft bessere Projekte und bessere Honorare.

  2. 2

    Beziehungen sind das Wichtigste im Business: Hinterlass keine verbrannte Erde, bleib im Kontakt und trenne Geschäftliches nicht strikt von Privatem.

  3. 3

    Schieb deine grossen Pläne nicht ewig auf: Der Kollege, der kurz vor der Pensionierung starb, war für Heike der Weckruf, ihre Reise endlich umzusetzen.

Zusammenfassung

Worum es in dieser Folge geht

Heike wuchs in Ostdeutschland auf und lernte in der DDR Damenmassschneiderin. Nach dem Mauerfall konnte sie noch einmal neu starten und wurde Mediengestalterin. Selbstständig machte sie sich früh: Ihr erster Kunde wollte eine Rechnung, also liess sie sich das vom Steuerberater des Kunden erklären. Eine Anstellung in der Schweiz nach 2011 passte nicht zu ihr. Heute layoutet sie Bücher und Magazine, erstellt InDesign-Templates und begleitet Kundschaft bei Softwareumstellungen.

Ihr Lebensmotto heisst Lebensqualität, und jede berufliche Entscheidung muss dazu passen: Heike arbeitet nur noch drei Tage pro Woche und nimmt Projekte an, die ihr Freude machen. Die Projekte sind dadurch besser und pünktlicher bezahlt geworden. Beziehungen sind für sie im Business das Allerwichtigste, ohne Trennung von Privatem und ohne verbrannte Erde. Erfolg bedeutet für sie weniger Geld als gute Entscheidungen und einen Monat, der Lebensqualität gebracht hat.

Geld ist ihr wichtig, weil es Ruhe gibt, und der grösste Luxus ist für sie, keine Termine zu haben. Sie gibt gern Geld für Qualität aus, etwa für Camper, Rechner und ihre Stricknadeln, aber nicht für Status. Im Lotto-Fall würde sie wohl weiterarbeiten und vielleicht eine Stiftung gründen.

Den Anstoss zur grossen Reise gab ein älterer Kollege, der drei Wochen vor der Pensionierung starb, obwohl er von seiner Weltreise geträumt hatte. Heike und ihr Mann planten lange, legten eine Mindestsumme zur Seite, warteten, bis der Sohn die Lehre beendet hatte, und kündigten die Wohnung. Dann kam Corona, und plötzlich war Homeoffice für ihre Kundschaft kein Problem mehr. Sie starteten mit zwei Motorrädern, nach einem Jahr kauften sie den Camper. Ihr Sohn hätte sich mehr Nähe gewünscht, heute würde Heike ihn fragen, ob er mitkommt.